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UNI_02_2017

UNIPOLITIK NEUES AUS DEM QUALITÄTSMANAGEMENT Neues Finanzierungsmodell für die Fakultäten Einfach, transparent, flexibel Die TU Ilmenau hat ein neues Finanzierungsmodell für die Fakultäten eingeführt. An die Stelle des bisherigen Vier-Säulen-Modells traten Globalbudgets. Die Fakultäten können damit wesentlich selbstständiger und vorausschauender agieren als bisher. Uni-Kanzler Dennys Klein erläutert die Neuerungen: | 8 UNI I 02 I 2017 Mit dem Jahr 2017 hat das Rektorat dieses „Vier-Säulen-System“ wesentlich gestrafft und vereinfacht und stattdessen Globalbudgets eingeführt – im Einvernehmen mit den Dekanen, dem Senat und dem Hochschulrat. Die tatsächliche Mittelzuführung an die einzelne Fakultät im Jahr 2016 bildet die Ausgangsbasis für künftige Zahlungen. Das jeweilige Fakultätsbudget wird nun von 2017 bis 2019 jährlich um 1,5 Prozent gesteigert. Das gesamte (landesfinanzierte) Fakultätsbudget der Universität steigt so von gut 33 Millionen Euro im Jahr 2016 auf fast 35 Millionen Euro im Jahr 2019. Zusätzlich werden die Sonderfinanzierungen außerhalb dieser Budgets auf das Tarifniveau 2016 angehoben. Innerhalb ihrer Budgets können die Fakultäten frei entscheiden, wie sie die Mittel einsetzen. Nicht benötigte Mittel stehen auch in den Folgejahren zur Verfügung. Die Fakultäten können so wesentlich selbstständiger und vorausschauender agieren. Sie können besser strategische Schwerpunkte setzen. Und sie müssen sich künftig weniger mit komplexen Verteilmechanismen und damit der Verwaltung auseinandersetzen, sondern können sich wieder mehr auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Der auf diese Weise gewonnenen Planungssicherheit steht allerdings auch eine gewachsene Verantwortung der Fakultäten für ihre Finanzen gegenüber: Die Universität hat sich gegenüber dem Landes-Wissenschaftsministerium in einer Ziel- und Leistungsvereinbarung (ZLV) zur Erfüllung von zehn mess- und überprüfbaren Zielen u. a. in den Bereichen Forschung, Lehre, Weiterbildung, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Gleichstellung verpflichtet. Sie erhält im Zeitraum von 2016 bis 2019 zehn Prozent der Landeszuweisung nur, wenn sie alle Das landesfinanzierte Personal-und Sachmittelbudget der fünf Fakultäten der TU Ilmenau betrug im Jahr 2016 rund 33 Millionen Euro. Dieses Budget ruhte bis Ende 2016 auf vier Säulen: jeweils getrennten Zuweisungen der Hochschulleitung für die Personalkosten der Professoren, der wissenschaftlichen Mitarbeiter, des wissenschaftsunterstützenden Personals und die Sachmittel. Die Verteilung der Finanzmittel innerhalb dieser vier einzelnen Bereiche folgte jeweils eigenen, historisch gewachsenen „Spielregeln“: 1. Die Verteilung der Professoren-Personalkosten erfolgte auf Grundlage des sogenannten „80er-Beschlusses“, der das aktuelle Konzept „Zukunftsfähige Universität“ umsetzt. 2. Die Mittel für (fiktive) 240 wissenschaftliche Mitarbeiter wiederum wurden, bezogen auf einen Rektoratsbeschluss aus dem Jahr 1998, auf zwischenzeitlich nur noch fiktiv vorhandene 100 Professoren an die Fakultäten ausgereicht. 3. Hinsichtlich des wissenschaftsunterstützenden Personals stand eine Neuregelung an – angedacht war eine grundsätzlich belastungsorientierte Verteilung von 252 fiktiven Stellen, orientiert an den Arbeitsprofilen der Professuren. 4. Die Sachmittel schließlich wurden zu 70 Prozent ebenfalls belastungsorientiert nach Arbeitsprofilen vergeben und zu 30 Prozent auf der Grundlage von Leistungsfaktoren wie eingeworbenen Drittmitteln, betreuten Promotionen usw. Neben diesen vier Säulen gab und gibt es noch Sonderfinanzierungen, etwa von Stiftungsprofessuren, die bislang auf Basis der Vergütungspauschalen von 2011 erfolgten. Zwischenzeitliche Tarifsteigerungen blieben unberücksichtigt. Ziele erreicht. Für die Hälfte der Ziele – also fünf – sind nun die Fakultäten verantwortlich, und zwar bezogen auf Studierende, Drittmittel, Promotionen/Habilitationen, Gleichstellung und Internationalisierung. Insgesamt jeweils bis zu fünf Prozent des Fakultätsbudgets hängen davon ab. Allerdings haben sich Hochschulleitung und die Fakultäten untereinander solidarisch erklärt: Wenn die TU insgesamt die Erfüllung der Indikatoren gegenüber dem Land nachweisen kann und so die volle Landeszuweisung bekommt, erhalten auch diejenigen Fakultäten das gesamte Budget, die ihre Ziele nicht erreicht haben. Das Gleiche gilt, wenn eine Fakultät nachvollziehbar darlegen kann, alle Anstrengungen unternommen zu haben und letztlich nicht für das Verfehlen der Zielmarke verantwortlich gemacht werden kann. Rektorat und Fakultäten haben in den letzten Wochen entsprechende ZLV für die Jahre von 2017 bis 2019 ausgehandelt und unterzeichnet. Die Fakultäten müssen nun in den jährlichen Fakultätsberichten jeweils bis Ende April dem Rektorat zum Stand der Zielerreichung berichten. Die TU hat dann wiederum bis Mai dem Wissenschaftsministerium in Erfurt Bericht zu erstatten. Bis 2016: Vier-Säulen-Modell Ab 2017: Globalbudgets Foto: ©thanksforbuying/fotolia.com


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