Page 50

UNI_02_2017

Privatdozent Dr. Gerd Eichhorn Wir trauern um PD Dr.-Ing. habil. Gerd Eichhorn, der am 2. Mai 2017 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Professor Manfred Steinbach | * 4. Mai 1937 – † 1. Mai 2017 | 50 UNI I 02 I 2017 PD Dr. Gerd Eichhorn war von 1965 in der damaligen Sektion PHYTEB und dann in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik bis zu seinen Ausscheiden im Jahr 2004 als Dozent für Mikroelektronik tätig. Nach dem Studium der Chemie in Halle kam er 1965 an die TH Ilmenau und begann eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Chemie/Werkstoffe. Er promovierte 1969 mit der Arbeit „Herstellung epitaktischer Heteroübergänge aus Zinkselenid und Galliumarsenid durch chemischen Transport“. Er habilitierte sich 1984 mit einer auch heute noch sehr aktuellen Arbeit zur „Präparation und Untersuchung von Aluminiumnitridschichten für die Mikroelektronik“. In den neunziger Jahren leistete er eine erhebliche wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der schnellen thermischen Prozesse (Rapid Thermal Processing) für die Mikro- und Nanoelektronik, indem unter seiner Leitung ein völlig neuartiger Reaktortyp für die Oxidation, chemische Dampfphasenabscheidung und das Tempern von Halbleiterscheiben entwickelt wurde. Nach seiner Ernennung zum Fachgebietsleiter für Halbleitertechnologie wurde er einer der Gründungsväter des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien. Hochengagiert wirkte er – über insgesamt Manfred Steinbach absolvierte in der 2. Matrikel das Studium der Feingerätetechnik an der Hochschule für Elektrotechnik in Ilmenau. Als Assistent arbeitete er an den Grundlagen für Satellitenbeobachtungsgeräte und legte zu diesem Thema als erster Promovend Prof. Bischoffs an der Technischen Hochschule Ilmenau 1964 die Promotion ab . Von 1961 bis 1988 war er bei Zeiss in Jena tätig und war mit der Themenleitung für die Großgeräte Satellitenbeobachtungsgerät SBG und Zweikoordinatenmessgerät M l00 – dem ersten Gerät zur zweidimensionalen Darstellung der Meterdefinition – zuständig. Beide Geräte bestimmten in ihrer Zeit den jeweiligen Stand der Technik. Für beide Arbeiten erhielt er den Nationalpreis der DDR 1967 und 1979. Von 1989 bis 1991 war Manfred Steinbach Konstrukteur bei Krupp Industrietechnik in Duisburg. Von 1991 bis 2001 wirkte er als Professor für Konstruktion und Feinwerktechnik an der Fachhochschule zehn Jahre – in allen Entstehungsphasen des 2002 eröffneten, seinerzeit völlig neuartigen Technologiegebäudes mit. In der Bauphase hielt er als Vertreter der Universität die Fäden in allen Fragen zum Bau und zur Ausstattung in der Hand. Er fungierte als kompetenter Ansprechpartner für die Auswahl der Großgeräte, da er sehr ruhig und vermittelnd die vielfältigen Interessen der zukünftigen Nutzer in geordnete Bahnen lenkte. Durch die vielfältigen Absprachen mit dem Ministerium in Erfurt, dem Dezernat für Gebäude und Technik, den Architekten und den zukünftigen Nutzern hat er alle Gründungsdirektoren des ZMN uneigennützig unterstützt. Er wirkte an einer Schlüsselstelle der wissenschaftlichen Erneuerung der Universität und legte den Grundstein für die erhebliche Verbesserung der Forschungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Mikro- und Nanotechnologien an vorderster Stelle mit. Für seine Leistungen beim Aufbau des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien wurde er 2006 mit der Universitätsmedaille der Technischen Universität Ilmenau ausgezeichnet. Rektor Prof. Peter Scharff würdigte in der Laudatio den unermüdlichen Einsatz Gerd Eichhorns bei der Errichtung des Forschungszentrums u. a. mit folgenden Worten: „Seine konstruktive und fachlich versierte Art ermöglichte es, die wissenschaftlichen Anforderungen und Visionen in realisierbare Vorschläge umzusetzen.“ Dr. Gerd Eichhorn hat mit seiner zielstrebigen Arbeit wesentlich zum Aufbau des heute sehr erfolgreichen Zentrums für Mikro- und Nanotechnologie beigetragen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Lübeck, gleichzeitig war er von 1993 bis 1997 Geschäftsbereichsleiter für Entwicklung im Optikzentrum Nordrhein-Westfalen. 1997 eröffnete er sein eigenes Ingenieurbüro in Bochum und führte dieses ab 2002 in Jena weiter. Große Auftraggeber wie die European Space Agency betrauten ihn mit anspruchsvollen Aufgaben. Zusätzlich war Prof. Steinbach Vorsitzender des Vereins Technik- Geschichte in Jena e. V. und Herausgeber der Buchreihe „Jenaer Jahrbuch zur Technik- und Industriegeschichte“, die in ihrer Themenwahl und Qualität Maßstäbe setzt. Band 18 dieser Reihe wurde 2015 in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät für Maschinenbau als Sonderband zu 60 Jahren Maschinen- und Gerätebau an der TU Ilmenau herausgegeben. Mit Manfred Steinbach verliert die TU Ilmenau einen ihrer besten Absolventen. Als hervorragender Konstrukteur erwarb er sich höchstes Ansehen im In- und Ausland. Das im Jahr 2015 im Innenhof des Curiebaus unter der Beteiligung von Professor Manfred Steinbach aufgestellte Satellitenbeobachtungsgerät wird der Universität als dauerhafte Erinnerung an ihn und seine großen ingenieurtechnischen Leistungen erhalten bleiben. IN MEMORIAM


UNI_02_2017
To see the actual publication please follow the link above