Page 32

UNI_02_2017

UNIFORSCHUNG TU bewirbt sich um Exzellenzcluster Die TU Ilmenau bewirbt sich in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern um einen Exzellenzcluster „Kollaborative Sensorsyteme“. Erhält sie für ihr innovatives Konzept den Zuschlag, wird sie Sensoren und Sensorsysteme der Zukunft erforschen. Sensoren wandeln nichtelektrische Größen in elektrische Signale um. Auf Basis der so gewonnenen Informationen können in technischen Systemen Aktionen ausgelöst werden. In unserem Alltag finden sich Sensoren bereits heute in den verschiedensten Lebensbereichen. So arbeitet beispielsweise die Tanküberwachung unseres Autos mit einem Drucksensor. Ein Feuchtigkeitssensor wandelt die nichtelektrische Größe Feuchtigkeit in ein elektrisches Signal um und regelt somit die Funktion des Scheibenwischers am Auto. Im Zeitalter der Digitalisierung nehmen Sensoren an Bedeutung stetig zu. Technologien und Methoden zu entwickeln, die Sensoren der Zukunft möglich machen, ist Ziel des Exzellenzclusters „Kollaborative Sensorsysteme“, für das die TU Ilmenau einen Vorantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gestellt hat. Sollte der Antrag im September in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern unter fast 200 insgesamt eingereichten Anträgen ausgewählt werden, wird die | 32 UNI I 02 I 2017 Universität einen Vollantrag stellen und darf auf eine Millionenförderung ab 2019 hoffen. Dann werden 20 interdisziplinär hochqualifizierte Wissenschaftler um den Sprecher des Clusters und Leiter des Fachgebiets Theoretische Elektrotechnik, Professor Hannes Töpfer, Sensortechnologien für neue Anwendungen in Produktion, Lebenswissenschaften, Energie und Mobilität im Zeitalter der Digitalisierung entwickeln. Dabei bringen Experten aus der biomedizinischen Technik der Natur entlehnte Prinzipien ein. Informations- und Kommunikationswissenschaftler tragen zur bestmöglichen Konditionierung und Übertragung der Sensorsignale bei und Informatiker sorgen für Methoden zur effizienten Extraktion von Informationen aus den Signalen sowie für den sicheren Umgang mit den gewonnenen Daten. Für die Einrichtung des Exzellenzclusters „Kollaborative Sensorsysteme“ kann die TU Ilmenau auf hervorragende Kompetenzen in vier Technologiefeldern zurückgreifen: Physik/Sensortechnik, Werkstoffwissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Informatik/ Datenanalyse. In jedem dieser vier Technologiebereiche wurden in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte erzielt, doch wurden die Forschungsfelder meist jeweils separat betrachtet. Um innovative Anwendungen zu ermöglichen, werden die Ilmenauer Wissenschaftler im Exzellenzantrag die Forschungsarbeiten über Disziplingrenzen hinweg betreiben und neue Methoden entwickeln, mit denen mehr als eine Disziplin gleichzeitig behandelt werden kann. In den vier Technologiefeldern arbeiten an der TU Ilmenau bereits heute über 30 Forschergruppen, fünf neue Juniorprofessuren sollen die verschiedenen Forschungsfelder zusammenführen. Bis zu zwölf weitere Mitarbeiter und ein Graduiertenkolleg sind ebenso eingeplant. Gleichzeitig kann die Universität auf ein großes Netz externer Forschungs- und Entwicklungspartner zurückgreifen: Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Wirtschaft und Industrie. Exzellenzinitiative


UNI_02_2017
To see the actual publication please follow the link above