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UNI_02_2017

UNITITEL UNI I 02 I 2017 17 | Die Energiewende und ihre Folgen Stromnetze, die ganze Länder mit elektrischer Energie versorgen, werden von wenigen Stellen aus in Netzleitwarten koordiniert. Solche zentralen Leitwarten steuern nicht nur den Stromfluss im Regelbetrieb, sie müssen auch Störungen möglichst rasch erkennen und die nötigen Gegenmaßnahmen einleiten. Bisher laufen diese Prozesse noch in einem recht übersichtlichen Rhythmus ab. Dem Bedienpersonal stehen unterschiedliche Überwachungs- und Kontrollfunktionen zur Verfügung, die sie dabei unterstützen, das Netz sicher zu betreiben. So können eingehende Meldungen oder Alarme entsprechend ihrer Priorität nacheinander abgearbeitet werden. Durch die Energiewende sind die Anforderungen an komplexe Energiesysteme wie die Stromtransportnetze jedoch stark gestiegen. Gab es bislang wenige Großkraf twerke, werden diese mehr und mehr durch unzählige kleine und mittlere Erzeuger überwiegend erneuerbarer Energien ersetzt. Da Windenergie hauptsächlich in Norddeutschland erzeugt und ins Netz eingespeist wird, die großen Ballungsgebiete mit hohem Stromverbrauch aber vielfach im Süden liegen, müssen große Energiemengen über weite Strecken transportiert werden. Dafür wird das Stromnetz nach dem Deutschen Netzentwicklungsplan strategisch unter anderem durch neue Hochspannungs-Gleichspannungs- Verbindungen (HGÜ-Verbindungen) ausgebaut. Wie der Name schon sagt, erfolgt der Energietransport über die großen Distanzen mittels Gleichspannung anstelle der üblichen Wechselspannung. Damit sind an beiden Enden der Verbindungen entsprechende Umrichter erforderlich. Hinzu kommt, dass die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien stark vom Wetter abhängig ist. Damit sind auch die Risiken für Schwankungen (Volatilität) und in der Folge für Störungen und Netzausfälle deutlich gestiegen. Die dynamische Leitwarte an der TU Ilmenau dient als Leuchtturmprojekt für die nächste Generation von Netzleitwarten.


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