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Bericht des Rektors 2014 / 2015 89 HIGHLIGHTS Forschergruppe Silver Mobility Rollstühle mit dem modernen Komfort eines Autos Nachdem Elektrorollstühle bereits seit einiger Zeit per Joystick gesteuert werden können („X-by-wire“), haben die Wissenschaftler der Forschergruppe Silver Mobility nun die Anzeigen ihrer modernen Mobilitätshilfen zu regelrechten „Mäusekinos“ mit zahlreichen Funktionen gemacht: Navigation und Reichweitenberechnung, die sich an die Nutzergewohnheiten anpassen, Rückfahrkameras, Antriebsregelung, elektronisch unterstützte Bremsen. Und dank neuartiger Sensoren und miniaturisierter Computer lernt das Mobilitätssystem ständig dazu, was die Nutzer brauchen und was sie möchten. Mobilitätshilfen zum Fahren und nicht Gefahrenwerden Silver Mobility-Systeme geben den Nutzern nur so viel Unterstützung wie in der jeweiligen Situation nötig. So wird der eigene Körper gefordert und damit ständig trainiert. Denn selbst wenn mit zunehmendem Alter die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt, braucht der Mensch, um gesund zu bleiben, ständig eigene Bewegung. Doch auch wenn die Mobilitätshilfen ihre Nutzer zuweilen bis an die Leistungsgrenzen fordern – Angst vor Überforderung müssen die nicht haben: Die Technik misst jederzeit die körperlichen Reserven. Hightech-Gefährt – kinderleichte Bedienung Silver Mobility-Mobilitätshilfen zu bedienen, muss man nicht erst lernen, das ist so einfach wie zum Beispiel Tretrollerfahren. Die Bedienung moderner Konzepte ist „Mobilitätshilfen“ entlehnt, mit denen Menschen seit ihrer Kindheit umgehen: Bobbycar, Go-Cart, Tretroller, Fahrrad, Motorroller oder Motorrad, Auto, Traktor. Denn die Bewegungsabläufe, die man in jungen Jahren erlernt hat, verlernt man selbst dann kaum, wenn mit dem Alter Reaktionsfähigkeit und möglicherweise auch Denkgeschwindigkeit nachlassen. Und die Mobilitätssysteme wachsen, wenn nötig, sogar mit: Künftig kann man dieselben gewohnten – und bezahlten – Module zum Beispiel eines „e-Bikes“ für ein „Wheg-Mobil“ verwenden. Marktüberblick und Individualisierung Schon lange vor der Entwicklung von Prototypen der Mobilitätshilfen haben Ilmenauer Marketing-Wissenschaftlerinnen den Markt gesichtet und analysiert. Sie ermittelten, dass es vieles bereits als Einzellösung gibt, aber die entstandenen Datenbanken und ihre Fortschreibung werden es ermöglichen, durch die Kombination vorhandener Lösungen Synergieeffekte zu erzielen, Standards zu etablieren und potenziellen Nutzern fundierte Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Produkte zu bieten. Wertvoller Nebeneffekt: Für künftige Forschungsarbeiten sind Entwicklungs- und Marktlücken nun einfacher zu identifizieren.


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