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84 Forschung auf höchstem Niveau | Forschergruppe Prozessbegleitende Qualitätssicherung INDUSTRIENAHE FORSCHERGRUPPEN Prozessbegleitende Qualitätssicherung Im Maschinenbau spielt die prozessbegleitende Qualitätssicherung eine bedeutende Rolle. Erst durch Inline-Messungen unmittelbar im Fertigungsprozess werden schnelle Qualitätsbewertung und -lenkung möglich. Die Forschergruppe Prozessbegleitende Qualitätssicherung betreibt an der TU Ilmenau unter der Leitung von Dr. Katharina Anding Grundlagenforschungen, von der Thüringer Maschinenbauzentren stark profitieren, insbesondere im Bereich der Bearbeitungstechnologien für metallische Oberflächen sowie für Glas- und Keramikoberflächen. In der Forschergruppe Prozessbegleitende Qualitätssicherung, von 2013 bis 2016 aktiv, wirken neben dem Fachgebiet Qualitätssicherung und Industrielle Bildverarbeitung die GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e. V. und das ifw Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH Jena mit. Gemeinsam entwickeln sie intelligente Bildverarbeitungstechnologien, mit denen Inline-Messungen und Qualitätsbewertungen von Bauteiloberflächen durchgeführt werden können, um eine schnelle Qualitätsbewertung und -lenkung in sogenannten geschlossenen Qualitätsregelkreisen zu erzielen. So nutzt die Forschergruppe im Bereich der Präzisionszerspanung Strategien des maschinellen Lernens, um eine intelligente Bildverarbeitungstechnologie zu entwickeln, mit der die Qualitätsbewertung von Oberflächen direkt in „Unsere intelligente Bildverarbeitungstechnologie ermöglicht die Qualitätsbewertung von Oberflächen direkt in der Bearbeitungsmaschine.“ der Bearbeitungsmaschine möglich wird. Darüber hinaus verfolgt sie auf dem Gebiet der Ultrakurzpuls-Laserbearbeitung das Ziel, ein wissensbasiertes Parameter- und Prognosemanagement aufzubauen. Die Forschergruppe wird vom Bundesland Thüringen gefördert und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds kofinanziert. Maschinenhersteller und auch metall-, glas- und keramikverarbeitende Unternehmen profitieren in hohem Maße von den Technologien und Strategien, die in dem dreijährigen Projekt der Forschergruppe entwickelt werden. So führt die schnelle automatische Inline- Oberflächenbewertung metallischer Bauteiloberflächen durch eine bedeutende Steigerung der Güte des Fräsprozesses und des herzustellenden Bauteils zu erheblichen Wettbewerbsvorteilen. Auch durch die Verkürzung von Entwicklungszeiten und Prognosen zur Machbarkeit von Bearbeitungsprozessen haben Thüringer Unternehmen einen deutlichen Marktvorsprung. Die Ergebnisse der Forschergruppe konnten auch auf andere Tätigkeitsbereiche des Fachgebiets Qualitätssicherung und Industrielle Bildverarbeitung angewendet werden und ermöglichen die Bearbeitung weiterführender Forschungsthemen und -kooperationen mit Industriepartnern. Durch die Arbeiten der Forschergruppe vertieften sich bereits bestehende Forschungskooperationen und neue wurden aufgebaut. Studierende und Promovenden sind eng in die praxisrelevanten Forschungstätigkeiten der Forschergruppe eingebunden und zahlreiche Forschungsergebnisse fließen direkt in die Lehrinhalte der Vorlesung Digitale Bildverarbeitung 2 und damit in den Studiengang Optische Systemtechnik/Optronik ein.


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