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82 Forschung auf höchstem Niveau | Forschergruppe Powertrain/Radio train INDUSTRIENAHE FORSCHERGRUPPEN Powertrain/Radio train (PORT) Die Forschergruppe Powertrain/Radio train war eine von fünf Forschergruppen im Thüringer Innovationszentrum Mobilität, das an innovativen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft forscht. Ihr Forschungsgebiet: die schnelle und sichere Kommunikation zwischen Fahrzeugen untereinander und zwischen Fahrzeugen und ihrer Umgebung. Die Forschungsergebnisse erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr und bringen uns dem Fahren ohne Fahrer ein Stück näher. Die Forschergruppe Powertrain/Radio train (PORT) unter der Leitung von Prof. Matthias Hein erforschte zwischen 2012 und 2014 vor allem die Verknüpfung von Informations- und Kommunikationstechnologien mit der Antriebs- und Fahrwerktechnik. Sechs Professoren und neun wissenschaftliche Mitarbeiter betrachteten Kraftfahrzeuge dabei als mobiles intelligentes Bindeglied einerseits untereinander und andererseits mit ihrer Umgebung, Straße und Verkehr. Für ihre Forschungsarbeiten konzipierten und errichteten die Wissenschaftler die „Virtuelle Straße“, eine vollkommen neue Forschungsinfrastruktur für funkbasierte Messungen und Simulationen an Fahrzeugen. In einer eigens dafür ausgelegten elektromagnetisch abgeschirmten Halle ist die Virtuelle Straße den Mobilfunkverhältnissen einer realen Verkehrsumgebung nachempfunden und mit modernster Technik ausgestattet. Die realitätsnahen Funk- und Fahrumgebungen ermöglichen es Forschern, Automobilherstellern und Zulieferern, die immer komplexer werdenden elektronischen Systeme in Fahrzeugen zu entwickeln, ohne dafür teure und lang- wierige Testfahrten in entlegenen Regionen der Welt durchführen zu müssen. Bei dem Aufbau der Virtuellen Straße orientieren sich die Wissenschaftler an einem „4F“-Prinzip: Fahrer – Fahrzeug – Fahrbahn – Funk. Aus der Verbindung dieser vier Parameter leiteten sie „Die ,Virtuelle Straße´ ermöglicht Forschung im Labor, die unter realen Bedingungen viel kostspieliger wären.“ zukunftsweisende Erkenntnisse für die Forschung und Entwicklung von Fahrzeugtelematik und -sensorik sowie Antriebsregelung und Fahrerassistenz ab. Mit den Forschungsergebnissen werden nicht nur bindende Vorgaben für die Sicherheit im Straßenverkehr erfüllt, sie treiben auch die sich rapide entwickelnde Automatisierung von Fahrzeugen bis hin zum fahrerlosen Fahren voran. Das Thüringer Innovationszentrum Mobilität – das größte wissenschaftliche Projekt in der Geschichte der TU Ilmenau – war 2011 gegründet und Zug um Zug mit moderner Forschungsinfrastruktur ausgestattet worden, größtenteils gefördert durch den Freistaat Thüringen. Die meisten Wissenschaftler wurden in Forschergruppen zusammengeschlossen, die von der Landesregierung als neues Format zur Förderung der Thüringer Wirtschaft und Wissenschaft eigens geschaffen worden waren. So konnten in der Forschergruppe PORT Fachleute aus sieben Fachgebieten der Fakultäten für Maschinenbau und für Elektrotechnik und Informationstechnik drei Jahre lang ihre interdisziplinären Arbeiten durchführen, die einem Einsatz von rund 15 Personenjahren entsprachen. Die Wissenschaftler wurden durch einen Industriebeirat begleitet, der ihnen Empfehlungen gab, wie ihre Arbeit industrienah ausgerichtet und wirtschaftsnah umgesetzt werden kann. Der PORT-Projektbeirat bestand aus renommierten Thüringer und bundesdeutschen Unternehmern aus der Fahrzeugtechnik, dem Mobilfunk, der elektromagnetischen Verträglichkeit und der Sensorik.


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