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Bericht des Rektors 2014 / 2015 81 HIGHLIGHTS Opto-neurologische Rehabilitation für AMD-Patienten Internationale Gutachter: Elektroden sind „Weltspitze“ Die Forscher um Prof. Jens Haueisen entwickelten eine EEG-Haube, mit der Hirnströme in Echtzeit und fast beliebig oft gemessen werden können. Da für die Messungen trockene Elektroden verwendet werden, sind die bei nassen Elektroden nötigen leitfähigen Pasten, die häufig zu Hautirritationen führen, nicht nötig. Gutachter auf internationalen Konferenzen und Workshops bezeichneten das System 2015 als „Weltspitze“. Spezielle Mikrooptik ermöglicht AMD-Patienten wieder zu sehen Das Forscherteam um Prof. Stefan Sinzinger entwickelte einen Demonstrator, der die Bildinformation in der Bildmitte, die der AMD-Patient nicht mehr erkennen kann, vergrößert und auf eine noch funktionierende Stelle der Netzhaut projiziert. Obwohl für eine solche Array-Mikrooptik mehrere Optiken aneinander gereiht werden müssen, gelang den Wissenschaftlern ein überaus kompaktes Systemdesign. Die innovative technische Optik erhielt auf der Erfindermesse iENA in Nürnberg eine Goldmedaille. Weltneuheit: Spezielle Kontaktlinse simuliert AMD Das Forscherteam des Instituts für Biomedizinische Technik und Informatik hat weltweit zum ersten Mal mit einer sogenannten Okklusions-Kontaktlinse eine altersbedingte Makuladegeneration physio-optisch im gesunden Auge simuliert. Gesunden Probanden wird so der Seheindruck von AMD-Patienten vermittelt. Die speziellen harten Kontaktlinsen werden für den perfekten Sitz im Auge individuell angepasst und zeichnen sich, bei einer Durchlässigkeit von unter 0,01%, durch einen lichtundurchlässigen Zentralbereich aus. Neuer Messplatz für Sehtests eingerichtet Um das optimale optische Prinzip einer AMD-Rehabilitationshilfe zu ermitteln, richtete das Institut für Biomedizinische Technik und Informatik einen Messplatz ein, der es ermöglicht, mit Hilfe der eigens entwickelten Okklusions-Kontaktlinse Netzhautausfälle in einem gesunden Auge zu simulieren und zu untersuchen. Daran lassen sich mit Buchstaben oder Piktogrammen Sehaufgaben durchführen und auch speziell entwickelte Sehtests für das „exzentrische Sehen“, angelehnt an den standardisierten Visus-Test mittels Landolt-Ring t.


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