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72 Forschung auf höchstem Niveau | Forschergruppe Elektromobilität – Dezentrale elektromotorische Antriebssysteme INDUSTRIENAHE FORSCHERGRUPPEN Elektromobilität – Dezentrale elektromotorische Antriebssysteme (eMOBIL) Mobilität dominiert unsere Gesellschaft: Jeder Deutsche bewegt sich täglich im Durchschnitt 40 Kilometer fort. Die Menschen sehen ihr Auto heute immer weniger als Statussymbol und immer mehr als Nutzobjekt. Bis zum Jahr 2020 sollen, so die Absicht der Bundesregierung, eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Dies bewirkt eine nachhaltige Veränderung der Mobilitätskonzepte. Die Forschergruppe eMOBIL, bis 2014 aktiv, hat mit ihrer Arbeit die Elektromobilität Bremsen auftreten, aus einer elektrischen Antriebsmaschine und der Leistungselektronik als Bindeglied zwischen den Systemen. Dass der Antrieb mit einer Spannung von 48 Volt betrieben wird, stellt einen Paradigmenwechsel in der Bordnetzarchitektur von Fahrzeugen dar: Die Effizienz wird drastisch gesteigert und die Systemsicherheit erhöht. In der Forschergruppe eMOBIL haben Wissenschaftler und Praktiker aus den Bereichen Batterieentwicklung, Motorenentwicklung, Industrieelektronik und Leistungselektronik interdisziplinär zusammengearbeitet. Durch ihre disziplinübergreifende Arbeit wurden Motor, Leistungselektronik, Speicher, Bordnetzarchitektur und Sicherheitskonzept als energie- und rohstoffeffizientes Gesamtsystem optimiert. Neben neuem wissenschaftlichen Grundlagenwissen brachte das Projekt Thüringer Unternehmen der Automobilindustrie wertvolles Know-how, insbesondere in der mechatronischen Integration von elektrischen Antrieben mit Speichereinheiten, der Auslegung elektrischer Maschinen, in der Steuerungs- und Regelungstechnik und in der Leistungselektronik. Die Forschergruppe wurde unterstützt von einem interdisziplinären Industriebeirat von 13 international tätigen Unternehmen. in Deutschland vorangetrieben. Ziel der Forschergruppe Elektromobilität – Dezentrale elektromotorische Antriebssysteme (eMOBIL) unter der Leitung von Prof. Tobias Reimann und Dr. Ulf Schwalbe war die Erforschung eines innovativen Elektroantriebs, der in reinen Elektrofahrzeugen, aber auch in Hybridfahrzeugen eingesetzt werden kann, sowohl im Personen- und „Wir haben einen sicheren und servicefreundlichen Antrieb für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt.“ Gütertransport als auch in Arbeitsmaschinen. Eine Antriebseinheit hat eine Leistung von 25 kW. Indem mehrere Einheiten parallel montiert werden, können Fahrzeuge mit Gesamtleistungen von 25 kW (1 Einheit, zentral montiert), 50 kW (2 Einheiten, z. B. Hinterachse links und rechts) oder 100 kW (4 Einheiten, eine je Rad) ausgestattet werden. Da identische 25 kW-Einheiten verwendet werden, können die Gesamtsystemkosten merklich reduziert werden. Die Antriebseinheit besteht aus einem Kurzzeit-Energiespeicher zur Pufferung von Leistungsspitzen, die beim Beschleunigen oder


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