Page 52

BdR_2014_2015

54 Forschung auf höchstem Niveau | DFG-Graduiertenkolleg Lorentzkraft GRADUIERTENKOLLEGS UND -SCHULEN DFG-Graduiertenkolleg Elektromagnetische Strömungsmessung und Wirbelstromprüfung mittels Lorentzkraft Das Graduiertenkolleg Lorentzkraft erforscht neuartige Strömungsmess- und Materialprüfverfahren. Die Forschungsarbeiten eröffnen allen Industriezweigen, die mit metallischen Werkstoffen befasst sind, eine große Bandbreite an Anwendungsfeldern, beispielsweise zur Herstellung von Autokarosserien, ein berührungsloses Messverfahren, mit dem der Volumen- und Massestrom heißer Metallschmelzen exakt bestimmt werden kann. Das Verfahren, das zuvor von vielen Experten auf seine Machbarkeit hin angezweifelt worden war, hat unsere Universität unterdessen zu mehreren Patenten angemeldet. Die Doktoranden des Graduiertenkollegs, die innerhalb von nur drei Jahren den Doktorgrad erlangen können, werden schon frühzeitig in Kooperationen mit der Industrie eingebunden und betreiben hochspezialisierte, an konkreten Anforderungen der Märkte ausgerichtete Forschung. So sind sie sowohl für eine universitäre Laufbahn als auch für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft hervorragend geeignet und haben meistens schon vor Abgabe ihrer Promotion Arbeitsangebote von Unternehmen aus der Automobilindustrie oder den Branchen Messtechnik und Metallurgie. Ende 2015 beendeten die Doktoranden der zweiten Generation erfolgreich ihre Promotionsarbeiten und sie bereiten sich nun auf ihre Abschlussprüfungen und Verteidigungen vor. Auf einem internationalen Kolloquium, das zusammen mit den MHD Tagen (MHD steht für Magnetohydrodynamik) in Ilmenau ausgerichtet wurde, hatten die Kollegiaten die Gelegenheit, ihre neuesten Forschungsergebnisse einem breiten internationalen Kreis an Wissenschaftlern vorzustellen. Pipelines oder Turbinenschaufeln. Nach einer überaus erfolgreichen ersten Förderperiode des Graduiertenkollegs Lorentzkraft durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird es nach positiver Empfehlung durch deren Gutachter ab Juni 2014 für weitere viereinhalb Jahre gefördert. Das Forschungsziel der hier tätigen 14 Wissenschaftler und 25 Doktoranden: Strömungsgeschwindigkeiten in heißen und aggressiven Metall- und Glasschmelzen „Unser Graduiertenkolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für weitere viereinhalb Jahre gefördert.“ berührungslos zu messen und unzugänglich tief liegende Materialdefekte in Festkörpern aufzuspüren. Solche Forschung ist beispielsweise für die Herstellung und für die Prüfung von Flugzeugrümpfen notwendig. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Graduiertenkollegs auf den Forschungsfeldern Magnetofluiddynamik, ultrapräzise Kraftmesstechnik und Hochleistungsrechnen wäre in dieser Qualität weltweit an keiner anderen Einrichtung möglich. Bei ihren experimentellen und theoretischen Grundlagenuntersuchungen wenden die Wissenschaftler Methoden an, die an der TU Ilmenau selbst entwickelt wurden, etwa die Lorentzkraft-Anemometrie,


BdR_2014_2015
To see the actual publication please follow the link above