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52 Forschung auf höchstem Niveau | DFG-Graduiertenkolleg MOBICOM GRADUIERTENKOLLEGS UND -SCHULEN DFG-Graduiertenkolleg Selbstorganisierende Mobilkommunikationssysteme für Katastrophenszenarien MOBICOM Das Graduiertenkolleg MOBICOM entwickelte Technologien, mit denen im Notfall die zusammengebrochene Mobilfunkkommunikation wiederhergestellt wird. Um den unterbrochenen lebenswichtigen Empfang an mobilen Endgeräten wie Handys oder Netbooks wieder zu ermöglichen, müssen die ausgefallenen Basisstationen ersetzt werden – zum Beispiel mit einer Luftbrücke aus 80 Zentimeter großen Flugrobotern, Die Multicopter kommen bei Naturkatastrophen, Unglücken oder terroristischen Anschlägen zum Einsatz. Die Reparatur der im Katastrophenfall ausgefallenen Basisstationen kann für die Rettung von Menschenleben von größter Bedeutung sein. Bevor sie aber erfolgen kann, muss die verbleibende, funktionierende Netzwerkinfrastruktur des betroffenen Gebietes analysiert werden. Diese Informationen erlauben die autonome Platzierung der Multicopter an den ermittelten Positionen, also ohne Handsteuerung durch Menschen. Um als Netzwerkbrücken die ausgefallenen Stationen zu ersetzen, agieren sie im Schwarm. Bei dieser als Message Ferrying bezeichneten Methode fungieren die Copter sozusagen als „elektronische Brieftauben“. Das Multicopter-Projekt war nur eines von zahlreichen Themen, die in den Promotionsarbeiten der Doktoranden des Graduiertenkollegs bearbeitet wurden. Um die Selbstorganisation von Mobilkommunikationssystemen zu erzielen, musste eine enorme wissenschaftliche Bandbreite abgedeckt werden. Die Themen der Nachwuchsforscher reichten von Antennendesign und Signalverarbeitung über robuste Netze und Sensorik bis hin zu Verwaltung und Verarbeitung der Sensordaten. Dazu arbeiteten im Graduiertenkolleg neun Fachgebiete der TU Ilmenau interdisziplinär zusammen. Das Graduiertenkolleg MOBICOM unter der Leitung von Prof. Andreas Mitschele-Thiel wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft von 2009 bis 2014 mit sieben Millionen Euro gefördert. Mit ergänzenden Mitteln der Carl-Zeiss-Stiftung, der Deutschen Telekom Stiftung, der Alcatel-Lucent Bell Labs, der Fraunhofer Gesellschaft, des Deutschen Akademischen Austauschdiensts DAAD und einem Stipendium der Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften wurden über 30 Doktorandinnen und Doktoranden aus zwölf Ländern aus den Bereichen Informatik und Elektrotechnik gefördert. Auch nach Auslaufen der DFG-Förderung Ende 2014 gelang es, mehrere Doktoranden zu rekrutieren, die über den DAAD und über Drittmittelprojekte gefördert werden. sogenannten Multicoptern. „Einsatzgebiete unserer Multicopter sind Naturkatastrophen, Unglücke und terroristische Anschläge.“


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