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34 Die Forschungscluster der TU Ilmenau | Technische und biomedizinische Assistenzsysteme auch in Pflegeeinrichtungen unabhängiger von Pflegediensten machen und ihnen so ihre Selbstständigkeit erhalten oder wiedergeben. Im Fokus der Forscher, die technische Assistenzsysteme entwickeln, stehen auch die Organisation von Produktion und Fertigungstechnik, Inspektionsaufgaben an Versorgungseinrichtungen, die Qualitätskontrolle und -sicherung und Innovationen in der Fahrzeugtechnik. Die stetige Zunahme der Mobilität führt sowohl im Straßen- als auch im Luftverkehr zu einer wachsenden Überlastung der bereits heute stark beanspruchten Transportrouten. Dadurch werden Zusammenstöße nicht nur häufiger, sondern auch gefährlicher. Dagegen helfen Assistenzsysteme, die schneller und zuverlässiger reagieren als der Mensch, zum Beispiel Verfahren zur Erhöhung der passiven Sicherheit im Straßenverkehr und zur Vermeidung von Kollisionen wie Bremsassistenten, ESP, Abstandsregelung oder Lane-Assist. Die Ilmenauer Forscher arbeiten an Systemen, die auf Videotechnologie basieren, etwa zur Warnung vor Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Eine an der TU Ilmenau und am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie entwickelte Technologie, die den Sekundenschlaf verhindert, befindet sich bereits in der Produktentwicklung. und auch einer Publikation in der renommierten Fachzeitschrift „Brain Topography“, dass die TU Ilmenau bei neuen Elektrodentechnologien für die Elektroenzephalographie, also zur Erfassung von elektrischen Strömen des menschlichen Gehirns, die Weltspitze bestimmt. Unsere Wissenschaftler halten unter anderem den Weltrekord für das hochauflösende EEG mittels trockener Elektroden. Wissenschaftler des Forschungsclusters Technische und biomedizinische Assistenzsysteme um Prof. Lena Zentner, Leiterin des Fachgebiets Mechanismentechnik, entwickelten einen Sauggreifer, mit dem glatte Objekte gegriffen und transportiert werden können. Da der Greiferboden aus Kunststoff stark nachgiebig ist, schmiegt er sich an unterschiedlich gewölbte Oberflächen des Greifobjekts an. Der Sauggreifer, der aus einem einzigen, geschlossenen Bauteil besteht, kann in der Medizintechnik und in der Pharmaindustrie eingesetzt werden, um bei möglichst geringem Hygienerisiko Produkte zu verpacken. Da die deutsche Bevölkerung immer mehr altert, es aber gleichzeitig zu wenig qualifiziertes Pflegepersonal und finanzielle Mittel gibt, wächst der Bedarf an technisch-organisatorischen Assistenz und Pflegesystemen rasant. Sie sorgen im häuslichen und im öffentlichen Bereich für Unterstützung – für die älteren Menschen ebenso wie für deren Helfer. Immer mehr Menschen haben alterstypische Schwächen wie eingeschränkte Bewegungsfähigkeit, Seh- und Hördefizite oder reduzierte mentale und intellektuelle Fähigkeiten, etwa bei einer Demenz. Unsere Ingenieure und Informatiker entwickeln Assistenzsysteme, die alternde Menschen, Ältere und Pflegebedürftige zu Hause und „Wir entwickeln einen Roboter, der autonom Trinkwasserleitungen befährt und ihren Zustand inspiziert.“


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