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BdR_2014_2015

Die nachgefragtesten Studiengänge im Wintersemester 2015/16 waren Angewandte Medien- und Kommunikationswissenschaft (175 Bachelorstudienanfänger und 28 im darauf aufbauenden Masterstudiengang Medien- und Kommunikationswissenschaft); Wirtschaftsingenieurwesen (117 Bachelor- und 38 Masterstudienanfänger); Maschinenbau (118/33); Medienwirtschaft (112/22); Fahrzeugtechnik (102/12); Biomedizinische Technik (91/17). Die beiden Medienstudiengänge wurden wie bereits in den vergangenen Jahren besonders stark von jungen Frauen gewählt. Der Anteil neuer weiblicher Studierender insgesamt liegt bei 27,1 Prozent. Wir denken aber nicht nur daran, Abiturienten eine hervorragende Studienausbildung zu bieten. 2014 starteten wir das Projekt BASICPlus, in dem wir neue Konzepte der berufsbegleitenden Ingenieuraus und Weiterbildung erproben. Verstärkt auch nicht klassischen Studieninteressierten soll ein Hochschulstudium ermöglicht werden: Meistern und Facharbeitern mit und ohne Abitur, Absolventen von Fachhochschulen und Berufsakademien und Ingenieuren mit Bachelor- und/oder Masterabschluss. „Das ist imponierend, das ist der richtige Weg“, war der Kommentar der Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Johanna Wanka, als sie im „Bildungsministerin Wanka zu unserem Projekt BASICPlus zur berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung: ,Das ist imponierend‘“ Um die Ausbildung der Studenten ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge – das sind knapp zwei Drittel unserer Studierenden – zu verbessern, haben wir für die Studieneingangsphase ein besonderes Konzept entwickelt: Die Basic Engineering School. Ziel ist es, die Leistungen der Studierenden zu verbessern und so ihre Studienmotivation zu erhöhen und die Zahl der Studienabbrüche zu reduzieren. In den ersten zwei Fachsemestern wird den Studierenden gemeinsam, also fachübergreifend und unabhängig vom gewählten ingenieurwissenschaftlichen Studiengang, das fundierte Grundlagenwissen eines Ingenieurs anwendungs- und praxisorientiert vermittelt. Dabei erhalten die Studentinnen und Studenten über begleitende Kompetenztests ständig Rückmeldungen zu ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit. August 2014 die TU Ilmenau besuchte. BASICPlus hatte sich im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ erfolgreich durchgesetzt und erhält bis 2018 Fördermittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro – eine der höchsten vergebenen Fördersummen bundesweit. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es der TU Ilmenau nun, aufeinander abgestimmte Lehrmodule zu entwickeln, die einzeln zu einem Weiterbildungszertifikat und in Summe zu einem Bachelor- oder Masterabschluss führen. Ministerin Wanka meinte dazu, Menschen, die sich für eine Berufsausbildung entschieden hätten, dürfe der akademische Bildungsweg nicht verschlossen bleiben. In dem Zusammenhang stellte sie die Technische Universität Ilmenau als exemplarisch heraus: „Wir müssen darüber nachdenken, Projekte, die gut laufen, als Modellprojekte des Bundes aufzulegen.“ 2011 mit einer Pilotgruppe gestartet, haben bis Ende 2015 drei weitere Modellgruppen die Basic Engineering School durchlaufen. Die Ergebnisse der Auswertungen der Matrikel 2011/12 und 2012/13 sind herausragend: Alle untersuchten Kriterien waren zum Teil deutlich besser als vor der Umgestaltung der Studieneingangsphase. Die 220 Studierenden im Basic-Projekt schnitten in den Prüfungen der Grundlagenfächer im Durchschnitt eine halbe bis eine ganze Note besser ab als ihre Kommilitonen. Und auch die Quote der Studienabbrecher von Studierenden in den Basic-Modellgruppen gegenüber Regelstudierenden ging zurück. Besonders erfreulich der Rückgang der Abbruchquote bei der Matrikel 2011/12: von 11 auf 4 Prozent im ersten Fachsemester und von 45 auf hervorragende 11 Prozent im siebten Fachsemester. 114 Das Studium


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