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104 Forschung für die Wirtschaft | Fraunhofer-IIS, Abteilung Drahtlose Verteilsysteme  FRAUNHOFER AN DER TU ILMENAU Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Abteilung Drahtlose Verteilsysteme DVT Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS ist eine weltweit führende anwendungsorientierte Forschungseinrichtung für mikroelektronische und informationstechnische Systemlösungen und Dienstleistungen. International vernetzt, betreibt es gemeinsam mit seinen Projektpartnern Spitzenforschung zum unmittelbaren Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft und trägt dazu bei, die Technologieführerschaft Deutschlands in der Mobilkommunikation und der Signalverarbeitung zu erhalten. Im Jahr 2015 wurde aus der 2008 gegründeten Projektgruppe die unbefristete Abteilung Drahtlose Verteilsysteme DVT des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltungen IIS. Gemeinsam mit dem gleichnamigen Fachgebiet am Institut für Informationstechnik der TU Ilmenau betreiben 25 Mitarbeiter unter der Leitung von Prof. Giovanni Del Galdo Forschung und Entwicklung im Bereich Mobilkommunikation und Signalverarbeitung. Das Fraunhofer IIS auf dem Campus der TU Ilmenau überführt grundlegende wissenschaftliche Ergebnisse in anwendungsorientierte Projekte, die sowohl aus öffentlichen Einrichtungen wie aus der Industrie kommen. Die Abteilung verfügt mit ihrer Versuchsanlage FORTE (Facility for over-the-air Research and Testing) über eine hervorragende Ausstattung zur Messung, Reproduktion und Entwicklung kabelloser Kommunikationstechnologien. Die weltweit einzigartige Anlage beinhaltet zwei Forschungsplattformen: Die Plattform „Satellite Communications – SatCom“ erlaubt realitätsnahe Tests von mobilen Satellitenterminals, wie sie zum Beispiel auf Schiffen oder Geländefahrzeugen eingesetzt werden. Die Testanlage bildet dabei in Echtzeit eine Ende-zu-Ende-Verbindung über einen Antennenturm nach, ohne dass ein realer Satellit zur Verfügung stehen muss. Damit „Wir unterhalten eine weltweit einzigartige Versuchsanlage zur Erforschung kabelloser Kommunikationstechnologien.“ können die Satellitenterminals umfassenden Tests unterzogen werden, etwa um die Nachführgenauigkeit einer Satellitentrackingantenne zu überprüfen. Dieses Knowhow findet weltweit Anerkennung, insbesondere hinsichtlich notwendiger Typengenehmigungen von Endgeräten auf der FORTE-Anlage in Ilmenau durch den Satellitenbetreiber EUTELSAT und durch das Global VSAT Forum GVF, einer Organisation aller Satellitenbetreiber und -hersteller zur Zertifizierung von Satellitenkommunikationssystemen. Die zweite Forschungsplattform „Over-The-Air testing – OTA“, eine 4,70 x 4,20 x 2,92 Meter große geschirmte Kammer, erlaubt die realitätsnahe Nachbildung elektromagnetischer Wellenfelder im Frequenzbereich von 1 bis 6 Gigahertz, mit deren Hilfe sich Kommunikationsgeräte wie Mobiltelefone oder GPS-Empfänger realitätsnah und reproduzierbar unter einstellbaren Grenzbedingungen testen und bewerten lassen. Mit der unter dem Dach des Thüringer Innovationszentrums Mobilität der TU Ilmenau betriebenen „Virtuellen Straße – Simulations- und Testanlage VISTA“, einer Testumgebung speziell für die Erforschung und messtechnische Bewertung fahrzeuggebundener Kommunikations-, Sensor- und Navigationssysteme, gibt es am Standort Ilmenau zwei Forschungsanlagen, die sich in idealer Weise ergänzen. Diese Kombination der Versuchsanlagen FORTE und der Virtuellen Straße VISTA ermöglicht die Forschung an einer großen Bandbreite von Testobjekten: vom Kleingerät bis zum ganzen Fahrzeug.


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